Ein aktueller Forschungsbericht hebt das rasche Wachstum beim Bau von KI-Rechenzentren (AIDC) und den massiven Bedarf an Stromkapazitäten hervor, der durch KI in den USA zwischen 2025 und 2028 getrieben wird. Er analysiert speziell die milliardenschweren Marktchancen, die durch die weit verbreitete Einführung von 800-V-Gleichstromversorgungssystemen in Rechenzentren erschlossen werden.
Überblick über die AIDC-Wertschöpfungskette
Die Wertschöpfungskette für Rechenzentren für künstliche Intelligenz (AIDC) tritt in eine Phase rasanter Expansion ein, angetrieben durch den stetig steigenden Rechenbedarf von KI-Modellen. Laut einem aktuellen Forschungsbericht von CITIC Construction Investment katalysiert das Zusammenwirken fortschrittlicher Chip-Iterationen und Upgrades der Stromarchitektur einen neuen Investitionszyklus. Die weitverbreitete Einführung von 800-V-Gleichstromversorgungssystemen in Rechenzentren wird massive milliardenschwere Marktchancen erschließen und die Landschaft der Stromversorgungseinrichtungen für die KI-Infrastruktur grundlegend umgestalten.
Technische Details: Vera Rubin und 800-V-Gleichstromarchitektur
Der zentrale technische Katalysator für den nächsten AIDC-Stromzyklus ist der Übergang zur Vera-Rubin-Architektur von Nvidia. Nach der Blackwell-Generation, die die 200-kW-NVL72-Komplettgestelllieferung und 33-kW-Power-Shelves einführte, werden die kommenden Vera-Rubin-VR200- und VR300-Chips (Rubin Ultra) die fortschrittliche Kyber-Rack-Architektur (NVL 144) nutzen. Diese Entwicklung erfordert eine Umstellung auf die 800-V-Gleichstromverteilung. Hochleistungs-Power-Shelves und externe HVDC-Sidecars werden zu den vorherrschenden Bereitstellungsmodellen. Die Durchdringung von 800-V-Gleichstrom ist der Haupttreiber, der den Stromwert von den Power-Shelves im Rack auf externe Sidecars verlagert, was die Gesamtleistungsdichte und den Wert pro Rack erheblich steigert.
Marktkontext: Steigender Bedarf an Stromkapazitäten
Das exponentielle Wachstum des AIDC-Baus hat einen beispiellosen Bedarf an Stromkapazitäten ausgelöst. CITIC Construction Investment schätzt, dass die durch KI getriebene Nachfrage nach Stromkapazitäten in den USA von 2025 bis 2028 eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate (CAGR) von etwa 55 % verzeichnen wird. In den nächsten drei Jahren wird die kumulierte Nachfrage voraussichtlich 150 GW übersteigen. Nordamerika sieht sich derzeit einem gravierenden Strommangel gegenüber, der durch die stetige oder beschleunigte Stilllegung von Wärmekraftwerken und Verzögerungen bei Netzanschlüssen für neue Kapazitäten noch verschärft wird. Infolgedessen hat sich die dezentrale Stromerzeugung vor Ort zu einem vorherrschenden Trend unter KI-Giganten wie xAI, Google und Meta entwickelt.
Auswirkungen auf die Industrie: Die Gasturbinen-Lieferkette
Um das schwere Stromdefizit zu beheben, haben sich Gasturbinen aufgrund ihrer schnellen Reaktionszeit, hohen Leistungsanpassungsfähigkeit, niedrigeren Erzeugungskosten und hohen Zuverlässigkeit als bevorzugte Lösung für die AIDC-Grundlaststromversorgung herauskristallisiert. Der globale Gasturbinenmarkt erlebt jedoch eine erhebliche Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage. Führende Hersteller haben Auftragsrückstände, die ihre aktuellen Produktionskapazitäten bei weitem übersteigen. Die Lieferzyklen für Großgasturbinen haben sich auf über fünf Jahre verlängert. Dieser Engpass bietet erhebliche Chancen für inländische Komponentenhersteller, die auf Schaufeln, Gussteile und Abhitzedampferzeuger (HRSG) spezialisiert sind. Darüber hinaus beschleunigt die Versorgungslücke alternative Lösungen, einschließlich flugabgeleiteter Gasturbinen und der Umrüstung von Schiffsdieselmotoren.
Auswirkungen auf KI-Rechenzentren: Chancen bei der Stromversorgungsausrüstung
Der Übergang zu Rack-Architekturen mit höherer Leistung verändert den Markt für AIDC-Stromversorgungseinrichtungen grundlegend. Da sich 800-V-Gleichstromversorgungsmethoden allmählich am Markt durchsetzen, wird der Markt für externe Sidecars bis 2028 voraussichtlich ein Volumen von einer Milliarde Yuan erreichen. Unternehmen aus der Volksrepublik China, die den vorherigen, von taiwanesischen Firmen dominierten Blackwell-Zyklus nicht vollständig ausschöpfen konnten, sind bereit, im Rubin- und 800-V-Gleichstromzyklus höhere Marktanteile zu erobern. Die Unternehmen sichern sich bereits Materialien und fahren die Produktion für Hochleistungs-Rack-Netzteile, 800-V-externe Netzteile und Flüssigkühlungsinnovationen hoch, um sich zu positionieren und von den steigenden durchschnittlichen Verkaufspreisen (ASP) und Liefermengen zu profitieren.
Zukunftsausblick: Wachstumstrajektorie 2027-2028
Der Zeitraum von 2027 bis 2028 stellt das kritische Zeitfenster für das konzentrierte Volumenwachstum bei externen KI-Stromversorgungen dar. Da Vera Rubin in der zweiten Hälfte von 2026 in die Hochlaufphase der Massenproduktion eintritt und in der ersten Hälfte von 2027 skaliert wird, werden 800-V-Sidecars eine rasante Wachstumstrajektorie einschlagen. Der Markt für Sidecars wird schätzungsweise von 850 Millionen Yuan im Jahr 2026 auf 103,5 Milliarden Yuan im Jahr 2028 anwachsen. Die Stakeholder müssen jedoch potenzielle Risiken im Auge behalten, darunter:
- Schwankungen bei den Investitionsausgaben der Cloud-Anbieter und der Nachfrage nach KI-Endanwendungen.
- Engpässe in der vorgelagerten Lieferkette bei Leistungshalbleitern, Speichern und Metallen.
- Geopolitische Verschiebungen, Zolländerungen und strenge Richtlinien für die Energiegenehmigung.